Nach altem Landesrecht hatte der Wirt einer Tafernwirtschaft, einer sogenannten "vollkommenen Wirtschaft", nicht nur das öffentliche Schenk-, Herbergs-, Gastrecht und die Fremdenstallung, sondern er durfte auch Verlöbnismähler (Häftlwein), Hochzeiten, Stuhlfeste, Tauf- und sonstige festliche Mähler ausrichten.

Eine Tafernwirtschaft musste wandernde Handwerksgesellen beherbergen, z.B. gegen handwerkliche Gegenleistung - sie hatte also eine soziale Verpflichtung.

Sie war der kommunale Mittelpunkt in weltlichen Angelegenheiten der Bewohner des Dorfes. Der Wirt durfte Wein ausschenken, mit dem früher jedes Rechtsgeschäft betrunken wurde. Daran erinnert heute noch der Weinkelch im Zunftschild.